Über den Wert des Widerspruchs | Dialog·pause®

Neuer Sokratischer Dialog Zusammenarbeit Über den Wert des Widerspruchs Gleichgesinnung suggeriert Sicherheit Das ist der Grund, warum wir uns gerne mit Menschen umgeben, die ähnliche Weltansichten wie wir haben. Dagegen ist nichts einzuwenden. Im Gegenteil, zu einem gewissen Teil brauchen wir dies. Es dient unserer konstruierten Sicherheit in einer sich wandelnden Welt. Das Problem Problematisch wird es, wenn wir nur noch in einer Bestätigungswelt leben. Wenn wir abweichende Meinungen, andere Weltbilder als problematisch beurteilen. Wir diese Meinungen meiden, sie im Vorhinein ablehnen und ihnen keinen Zugang mehr zu unserem Denken gewähren. Zum Problem wird es, wenn wir dieser Bestätigungswelt einen zu großen Raum in unserem Leben geben. Dann besteht die Gefahr, dass wir abweichende Meinungen, andere Weltbilder im Vorhinein ablehnen . Ihnen den Zugang zu unserem Denken versperren. Die Folge Das Denken leidet unter dem Austausch mit Gleichgesinnten. Beim Austausch mit Menschen gleicher Meinung, denken wir kaum noch. Wir bestätigen uns gegenseitig. Wir wiederkäuen Bekanntes. Unser Handeln wird chancenlos Widerspruch, andere Weltbilder sind eine Einladung an das Denken , sich zu aktivieren. Doch meist lassen wir diese Chance (für uns und für das Gegenüber) liegen und handeln wie folgt. Wenn wir den Menschen kennen Kennen und schätzen wir den Widersprüchler, beginnen wir all unsere Geschütze aufzufahren , um ihn von SEINEM Irrtum zu überzeugen. Wir beginnen damit ihm zu beweisen, dass er falschliegt. Entweder indem wir seine Argumente entkräften wollen oder unserer Argumente mehr und mehr ins Feld führen. Gelingt auf sachlicher Ebene kein Sieg, d. h. kein Meinungswechsel im Gegenüber, dann wechseln wir das Schlachtfeld. Es wird persönlich . Zuerst werten wir Menschen ab, die der Gegenüber zitiert oder auf die er sich bezieht. Sieht der Andere sein Fehlurteil noch nicht ein, dann werten wir ihn persönlich ab. Bleibt er hartnäckig, dann folgt der Beziehungsabbruch. Zuerst zeitweise, bei extremer Sturheit vollständig. Diese letzten Phasen begleiten wir damit, dass wir das Fehlurteil des Gegenübers bei Verbündeten anprangern, um uns dort verbale, mentale Unterstützung zu holen. Wir nutzen die Gruppendynamik und dulden keinen Widerspruch! Nicht von Menschen, von deren Meinung wir bisher abhängig waren. »Wer Kritiker als Leugner bezeichnet, will Sachfragen zu Glaubensfragen machen, um Widerspruch zur Ketzerei erklären zu können.« Ramin Peymani (*1968) ist ein iranischer Buchautor und Publizist. Tweet Wenn wir den Menschen nicht kennen Leichter hat es der Unbekannte, der eine widersprüchliche Meinung vertritt. Auf ihn reagieren wir in Abhängigkeit davon, in welcher Schublade der Unbekannte bei uns liegt (Rasse, Nationalität, Religion, politische Ausrichtung, Alter, Geschlecht, …). Am Ende werten wir wieder persönlich ab, schreiben ihm negative, persönliche Eigenschaften zu. Wir dulden keinen Widerspruch, zu den Meinungen, die unser Weltbild zementieren! Auch nicht von Unbekannten. Unser Motto: Wehret den Anfängen. Bedauerlich, tragisch und dumm Beide Fälle sind bedauerlich, tragisch und dumm. Es ist bedauerlich, weil wir eine Erweiterung unseres Weltbildes verhindern. Tragisch, weil wir eigene Fehlurteile länger in uns tragen müssen. Dumm, weil inneres Wachstum im Keime erstickt wird. Wir schwimmen in unserem kleinen Teich und denken, es wäre der unendliche Ozean »Menschen, die anders denken und bereit sind, ihre Meinung zu äußern, wenn sie nicht mit dir übereinstimmen, machen dich schlauer, fast so, als wären sie eine Erweiterung deines eigenen Gehirns. Menschen, die versuchen, ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen oder einzuschüchtern, machen sich selbst dümmer, fast so, als ob sie Pfeile in ihr eigenes Gehirn schießen würden.« Jonathan Haidt (*1963) ist ein US-amerikanischer Professor für Psychologie der Stern School of Business. Der Wert von Widerspruch Widerspruch regt an. Widerspruch zwingt zum Hinterfragen der eigenen Gedanken. Widerspruch fordert die eigene Logik heraus. Widerspruch ist eine Einladung alte Gedanken, neu zu denken Wer die Tugend besitzt, den Widerspruch zu lieben, ihn einzuladen, sich auf ihn zu freuen, ihn zu umarmen, dankbar für ihn zu sein, dem offenbart sich eine bunte Welt . Der gibt sich von der entweder-oder-Welt in die sowohl-als-auch-Welt. »Ich weiß sehr wohl, wie widersprüchlich man sein muss, um wirklich konsequent zu sein.« Pier Paolo Pasolini (*1922 bis †1975) war ein italienischer Filmregisseur, Dichter und Publizist. Weg vom binären Denken (0-1) Er überwindet die schulische richtig-oder-falsch-Logik . 0 ODER 1. Er erkennt, dass Wahrheit die Erfindung eines Lügners ist (siehe Heinz von Förster und Bernhard Pörksen). Er versteht, dass Wahrheit subjektiv ist. Er erlebt, wie bereichernd und erleichternd es sein kann, fremde Wahrheiten zu erfahren – ohne in den Widerstand zu gehen. Er bekommt einen ersten Eindruck, was es bedeutet als Mensch einem Mitmenschen zu begegnen. Hin zum Annehmen was ist Wer andere Menschen annimmt, wie sie sind – kann viel Freude mit ihnen erleben. Wer andere umformen will, wie es seinen Erwartungen entspricht , wird Leid erschaffen. »Ich schreibe anders als ich rede, ich rede anders als ich denke, ich denke anders als ich denken soll und so geht es weiter, bis ins tiefste Dunkel.« Franz Kafka (*1883 bis †1924) war ein deutschsprachiger Schriftsteller. Widerspruch und Selbstwert Wer Widerspruch als Einladung in eine andere Welt ansieht, dem eröffnen sich unendliche Welten . Er braucht nur den Mut, seinen Selbstwert nicht von seiner Denkwelt abhängig zu machen. Und beim Gegenüber dies ebenfalls zu unterlassen. Übungsräume, um Widerspruch zu üben Wer Widerspruch im geschützten Raum üben möchte, respektvoll und klar – dem empfehle ich das Sokratische Format. In einem sicheren Rahmen ist jeder Mensch eingeladen, sich zu zeigen, seine Ansicht darzustellen und in Widerspruch zu gehen. Nicht zuzustimmen, sondern eine andere Meinung zu vertreten. Es gibt drei Sokratische Formate: Sokratisches Gespräch Online Selbsterkenntnis braucht drei Dinge: Raum, Stille und Begegnung. Gespräche zu Fragen, die bewegen. Bestimme deinen Preis selbst. Sokratischer Dialog zu Fragen des Lebens Online via Zoom maximal 8 Akteure 1 x Monat für alle, die sich selbst besser kennenlernen wollen Infos & Anmeldung Keine Vorkenntnisse erforderlich! Sokratischer Führungskreis Online Ein sokratischer Dialog, der sich mit aktuellen Führungsthemen auseinandersetzt. je Gespräch Sokratischer Dialog zu Führungsthemen 1 x Quartal für alle, die ihre Führungs-kompetenz stärken wollen Sokratischer Männerkreis Online Für Männer, die tiefer gehen wollen: Austausch, Reflexion und Wachstum auf Augenhöhe im Sokratischen Dialog.​ Sokratischer Dialog exklusiv für Männer 6 x Jahr für Männer, die noch mehr in ihre Kraft kommen wollen Schlagworte: Systemtheorie Beitragsnavigation Zurück Offline vs. Online – Besprechungen, Meetings und Konferenzen Weiter Fortfahren Wie funktioniert Gemeinschaftsbildung? Das könnte dich ebenfalls interessieren Kommunikation & Fragen Forming, Storming, Norming und Performing, Gruppenphasen nach Bruce Wayne Tuckman Ein bekanntes Modell der Gruppendynamik, Teamentwicklung und Teamarbeit ist aus dem Jahr 1965. Manche kennen es auch als Teamuhr. Es stammt von Bruce Wayne Tuckman. Er unterteilt den Gruppenprozess in Gruppenphasen: Forming, Storming, Norming und Performing. 1977 nahm er Adjourning hinzu. Diese Methode ist der Ablauf für viele Trainings und Seminare. In diesem Beitrag ergänze ich das Phasenmodell mit Eberhard Stahl und seiner Gruppenphase Re-forming (Reforming). Weiterlesen 10+5 Feedbackregeln für Feedback geben mit Beispielen Konstruktives Feedback zu geben, ist keine Kunst, sondern ein Handwerk, welches du erlernen kannst. Hier 10+5 Feedbackregeln, um wirksames Feedback zu geben. Mut zur Stille Was Stille in dir auslöst! Stille ist dir peinlich. In einem Gespräch zu schweigen — eine Kriegserklärung. Stille ist der kleine Tod für dich, heißt es doch Totenstille. Stille ist voller Angst für dich. Was in Stille sich offenbart, entzieht sich deiner Kontrolle. Stille ist dir unangenehm. Sie ist eine Verräterin, die sichtbar macht, was Worte verstecken sollen. Stille ist erdrückend für dich. Sie zwingt dich zur Flucht. Vergisst du das Wesentliche im Alltag? Unser Alltag kann oft wie ein unsichtbarer Gegner wirken: fordernd, unerbittlich und scheinbar unaufhaltsam. Er verlangt deine volle Aufmerksamkeit, zerrt an deiner Energie und lässt dir kaum Zeit, in Ruhe und Stille zu reflektieren. Stattdessen fühlst du dich gehetzt, ständig in Bewegung, während das Gefühl von „zu wenig Zeit“ wie ein ständiger Begleiter ist. Du spürst den Wunsch nach Veränderung, aber wie soll das gehen? Es scheint, als hätten sich die Dinge so festgesetzt, wie sie gerade sind – unveränderlich, unumgänglich. Manche würden es vielleicht drastisch ausdrücken: Du bist gefangen in deinem Alltag. Stille von Joachim-Ernst Berendt Stille. Viele fürchten sich vor ihr, fast noch mehr als vor dem Tod. Gleichzeitig wollen wir Veränderung, Wachstum, Fortschritt. Ein Widerspruch? Einsamkeit als Führungskraft Erfahre, warum Führungskräfte oft einsam sind und welche Auswirkungen dies hat. Entdecke Wege aus der Einsamkeit und ganz konkrete Möglichkeiten dies zu tun.

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